Das letzte Wort – Alena Graedon

Hallöchen! (:

Da ich Abends um 23 Uhr nichts anderes zu tun habe und schon wieder so lange keine Rezension kam, dachte ich, ich schreibe euch jetzt eine.

Diesmal gibt es die Besprechung zu „Das letzte Wort“ von Alena Graedon für euch.
Es ist erschreckend, wie realitätsnah dieses Werk unsere Generation beschreibt und einige Ängste aufzeigt, die wahrscheinlich einige von uns schon einmal beschäftigt haben oder dauerhaft beschäftigen. Denn was ist Sprache denn heute noch, wenn wir doch für alles eine Abkürzung verwenden, unser Wortschatz immer weiter verkümmert und wir ständig nur noch an unseren Handys hängen?

d letzte wort

Titel: Das letzte Wort
Originaltitel: The Word Exchange
Autorin: Alena Graedon
Verlag: Heyne
Seitenanzahl: 576
Preis: 14,99€
Erscheinungstermin: 11.01.2016
Print: klick
Ebook: klick

Im New York der nahen Zukunft sind Bücher, Zeitschriften und Zeitungen so gut wie ausgestorben und neue, verbesserte Smartphones, sogenannte Mems, erledigen für ihre Besitzer sämtliche Alltagsaufgaben: Ist der User einmal eingeloggt, ruft das Mem Taxis, gibt die Bestellung im Restaurant auf und fungiert als automatisches Wörterbuch. In dieser Welt sind die siebenundzwanzigjährige Ana Johnson und ihr Vater Doug so etwas wie lebende Fossilien, denn sie sind die Herausgeber des letzten analogen Lexikons, das es noch gibt. Ein Lexikon, das endgültig überflüssig wird, als das aufstrebende IT-Unternehmen Synchronic Inc. eine neue App herausbringt, die das Sprechen, Lesen und Schreiben für die User noch einfacher machen soll. Doch die App setzt ein hochansteckendes Virus frei, mit fatalen Konsequenzen – wer sich mit der Wortgrippe infiziert, hat zunächst mit Übelkeit und Fieber zu kämpfen, bevor er zu sprechen verlernt und schließlich stirbt.
Als Doug ausgerechnet jetzt von einem Tag auf den anderen spurlos verschwindet, ist Ana sofort klar, dass er mit Synchronic Inc. in Verbindung gestanden haben muss. Sie macht sich auf die Suche nach ihrem Vater und stößt dabei auf einen Geheimbund aus Sprachwissenschaftlern, der Synchronic Inc. aufhalten will. Doch dafür ist es möglicherweise schon zu spät …

Cover und Klappentext passen, wie ich finde, sehr gut zu der Geschichte zwischen den Buchdeckeln. Das Cover ist an sich zwar nicht unbedingt ein Hingucker, aber mich hat es schon auf eine gewisse Weise neugierig gemacht und zusammen mit dem Klappentext ist dann wohl so ein bisschen die Germanistin mit mir durchgegangen und ich wollte das Buch unbedingt lesen.

Geschrieben wird die Geschichte von Alena Graedon in einer unglaublich tollen Sprache und einem wirklich guten Stil. Ich mag es sehr gerne, wie sie schreibt. Mein Kopfkino war kaum zu bremsen, so sehr mochte ich ihren Schreibstil. Da ich so begeistert bin, habe ich natürlich wieder in die Zitatekiste gegriffen und euch ein – wie ich finde – sehr tolles Zitat rausgesucht.

Das Ende der Sprache würde das Ende von Gedächtnis und Denken bedeuten. Mit anderen Worten – Unsere Vergangenheit und Zukunft.

Es handelt sich bei der Geschichte um einen Science Fiction Roman. Allerdings spielt er nicht weit von unserer Gegenwart entfernt in der Zukunft. Wirklich alles ist unglaublich realitätsnah und auch wenn Alena Graedon eine wunderschöne Sprache benutzt, um uns ihren Roman zu erzählen, so scheut sie sich jedoch auch nicht, uns schonungslos Wahrheiten entgegenzuschleudern, die vielleicht den wenigsten wirklich bewusst sind. Ich finde es generell immer sehr interessant, wie unsere Perspektiven oder politischen, wirtschaftlichen Situationen in (phantastischen) Romanen wiedergegeben werden. Man denkt manchmal „ach was, so schlimm kann das doch alles gar nicht sein“, aber im Prinzip sollten wir mehr über das nachdenken, was wir lesen (und schreiben). Eventuell stecken in manchen Dingen mehr  Wahrheiten, als uns lieb ist.

Bis ungefähr zu der Hälfte des Romans kann man auch wirklich flüssig lesen und es ist alles sehr geheimnisvoll und manchmal auch sehr erschreckend. Man weiß eben noch nicht genau, worauf es hinaus läuft und wird sehr lange mit kleinen Häppchen gefüttert, da die Protagonistin unglaublich langsam dahinter kommt, was denn nun wirklich vor sich geht. Eigentlich sollte es jetzt jedoch im Spannungsbogen auch nach oben gehen, was es jedoch nicht tut und der Leser wird mehr oder weniger in der Luft zappeln gelassen, bis es dann endlich mit der Handlung weiter voran geht. Auf der einen Seite finde ich diese Entwicklung schade, da mir, wie schon gesagt, der Stil sonst unglaublich gut gefällt. Aber auf der anderen Seite hat die Autorin genau das gemacht, was die Geschichte gebraucht hat. Meiner Meinung nach hat man hier nämlich nicht eine Story, die man nach Schema X herunter schreiben kann. Denn ich glaube, dass man als Leser ziemlich überladen worden wäre, wenn man die Informationen schneller erhalten hätte. Das hätte irgendwie das ganze Feeling des Romans zerstört und das ist ja nicht Sinn der Sache.
Also: dranbleiben lohnt sich!

Die Figuren fand ich um ehrlich zu sein teilweise etwas merkwürdig, aber auch hier: sie passen einfach zu der Geschichte und jeder einzelne Charakter verkörpert genau das, was er soll. Nicht mehr und nicht weniger. Auch die Protagonistin hat mir gefallen. Sie ist nicht so eine standard-0815-Protagonistin, sondern … anders. Sie ist intelligent, ein bisschen verpeilt, unordentlich, liebt Comics und generell eigentlich ihren Job, aber trotzdem ist sie manchmal auch etwas naiv. Allerdings und das ist glaube ich das Wichtigste bei dieser Geschichte: Anana ist glaubhaft. (Außerdem finde ich es ziemlich amüsant, wie das Thema der „Ananas“ in der Geschichte verbaut wurde und dass auch die Protagonistin beinahe genauso wie die Frucht heißt. :D)

Also, wenn ihr bis hierhin noch nicht völlig abgeschreckt seid und auch mal ein Buch ein bisschen abseits des Mainstreams lesen wollt, dass euch vielleicht auch die eine oder andere Wahrheit über euch selbst offenbart: Lest. Dieses. Buch. 😀
Ich garantiere natürlich nicht, dass es jedem gefällt, denn es ist schließlich alles Geschmackssache, aber die Geschichte hat durchaus ihre Reize. (:

 

Vielen Dank an Heyne und das Bloggerportal, das ich das Buch lesen durfte. (:

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