Das dunkle Herz der Welt – Liliana Le Hingrat

Hallöchen! 🙂

Heute gibt es hier auf dem Blog die Rezension zu „Das dunkle Herz der Welt“ von Liliana Le Hingrat. Es handelt sich dabei um einen historischen Roman, der sich mit der Geschichte Europas im 15. Jahrhundert beschäftigt.

Dunkle Herz der Welt

Als Vladislav Basarab Draco, Sohn des ehemaligen Fürsten der Walachei, in den mächtigen Drachenorden aufgenommen wird, wähnt er sich am Ziel seiner Träume. Er steht nun in der Gunst von Sigismund, dem römisch-deutschen Kaiser, und glaubt endlich den Thron seines Vaters zurückerobern zu können. János Hunyadi, sein ungarischer Schwertbruder, soll ihm dabei helfen. Doch als sich der verheiratete Vladislav in eine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit der schönen Clara stürzt, wird der Freund zum schlimmsten Feind, denn auch Hunyadi hofft auf die Gunst der Edelfrau. Durch seine Intrigen verliert Vladislav an Einfluss und droht, entmachtet zu werden.
In seiner Not wendet er sich an die Osmanen und kämpft als christlicher Ritter am Vorabend des ersten Türkenkrieges an der Seite des muslimischen Heeres. Doch Vladislav steht vor schweren Entscheidungen, denn sein Sohn wird vom Sultan als Geisel gehalten. Soll er seinen Nachkommen opfern, um seine Macht im christlichen Abendland zu sichern? Und wird er Clara, an der János grausame Rache geübt hat, je wieder für sich gewinnen können?
Ein gewaltiges Historien-Epos um Machtkämpfe, Intrigen und Religionskonflikte, und eine herzzerreißende Geschichte um Liebe und Freundschaft.

Den Klappentext finde ich gut, denn er macht neugierig auf das Buch und baut eine gewisse Grundspannung auf, die man bei manch anderem Buch vergeblich sucht.
Das Cover ist eigentlich auch okay, allerdings finde ich, dass das Logo/Wappen des Drachenordens mehr so aussehen sollte, wie es im Buch beschrieben wird. Das hätte noch eine Spur authentischer gewirkt. Ansonsten mag ich es, wie schlicht das Design aufgebaut ist.
In den Einband hätte der Verlag jedoch schon ein bisschen mehr Geld stecken können, da das Buch insgesamt schon ziemlich labbrig ist und auch vom Gesamteindruck her nicht aussieht wie ein „über 700 Seiten Buch“.

Inhaltlich muss ich ohne groß drum herum zu reden, ganz klar sagen, dass dieser Roman einer der am besten geschriebenen historischen Romane ist, von allen, die ich bisher gelesen habe (und das sind einige^^). Selten habe ich es erlebt, dass ich der Handlung durch einen derart durchdachten und gut geschliffenen Schreibstil so hervorragend folgen konnte. Autoren historischer Romane neigen teilweise dazu, sich ihre Leidenschaft für die geschriebene Sprache und ihre Geschichte nicht allzu sehr anmerken zu lassen. Liliana Le Hingrat beweist hier jedoch, dass es auch anders gehen kann und liefert uns Lesern ein Buch, das sich unglaublich gut lesen lässt. Schließlich ist nicht nur der Schreibstil gut sondern auch die Geschichte, die gespickt von einigen Intrigen nie Langeweile aufkommen lässt. Zudem gibt es immer wieder überraschende Wendungen, die für ziemlichen Lesespaß sorgen.
Ich weiß nicht, inwiefern die historischen Fakten alle stimmen, aber für einen Geschichts-Amateur wie mich, sieht es ganz ordentlich recherchiert aus.
Die Charaktere wirken alle sehr gut durchdacht und glaubhaft, ich konnte mich sehr gut mit Vladislav identifizieren. Dank eines Erzählers aus der 3. Person (Sg. Er/Sie) war es mir jedoch auch gut möglich, mich vom Geschehen und den einzelnen Personen zu distanzieren, wenn es angebracht oder auch von der Autorin gewollt war. Gelungen fand ich auch die wechselnen Figurenperspektiven, durch die man immer umfassend über alle Geschehnisse informiert war.
Was ich anfangs nicht ganz so gut fand, waren die teilweise relativ großen Zeitsprünge, die mich dann ab und zu etwas verwirrten, bis ich bei den Zwischenüberschriften immer genau auf die Daten geachtet habe. Abgesehen von meiner kurzweiligen Verwirrung waren diese Sprünge jedoch notwendig und man wurde als Leser auch immer über alles wichtige informiert, sodass man nicht auf einmal in der Luft hing, weil man irgendetwas nicht mitbekommen hat.
Jedoch muss ich sagen, dass sich das Buch an manchen Stellen für mich doch ziemlich gezogen hat, auch wenn auf der anderen Seite manchmal 200 Seiten im Nu vorbei waren. Ansonsten bin ich wirklich sehr von dem Schreibstil der Autorin überzeugt und angetan, da sie in meinen Augen wirklich versteht, was sie da tut und nicht einfach irgendwelche Wörter aneinander reiht.

Für mich liegt ihr ein sehr gelungenes Debüt der Autorin vor, mit dem sie sich auf keinen Fall verstecken muss. Sie erschafft mit diesem Roman ein Buch, das nicht den Anschein eines dicken Wälzers macht und dennoch unglaublich viele Informationen erhält. Damit wird der Leser jedoch nicht erschlagen, wie man jetzt vielleicht denken könnte. Die Autorin findet eine gute Mittellinie, die geschichtlichen Ereignisse mit ihren Worten in eine tolle Geschichte zu verweben, die sich sehen lassen kann.

Zuletzt noch ein paar Daten für euch:
Seiten: 768
Verlag: Knaur TB
Klappenbroschur
Preis: 14,99€

Danke an vorablesen.de und den Knaur Verlag, dass ich das Buch lesen durfte.

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3 Gedanken zu “Das dunkle Herz der Welt – Liliana Le Hingrat

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