Wir waren hier – Nana Rademacher

Hallöchen 🙂

Heute geht es um „Wir waren hier“ von Nana Rademacher.
Erstmal vielen Dank an vorablesen.de und Ravensburger, dass ich das Buch lesen durfte.

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„Und manchmal denke ich, wie das wohl wäre, wenn das jemand in hundert Jahren oder so liest. Und ich hoffe, dass dieser jemand glücklich ist und satt und sagt: „Da bin ich aber froh, dass die dunkle Zeit vorbei ist und alle Menschen frei sind und genug zu essen haben.“ Aber vielleicht ist in hundert Jahren auch überhaupt niemand mehr auf dieser Welt.“
Berlin im Jahr 2039. Die Stadt liegt in Trümmern. Am Himmel kreisen Drohnen statt Vögel. Aufständische hausen in U-Bahn-Tunneln und ernähren sich von Ratten. Aus den Rohren kommt nur noch braune Brühe, mit der man sich nicht mal waschen mag. Wie den Horror des Alltags, den Kampf gegen Hunger und Kälte überstehen? Mittendrin die 15-jährige Anna, die ihren Weg sucht und für das Leben und die Liebe kämpft – und für eine Welt, in der trotz allem eine Zukunft für sie möglich ist.

Cover und Klappentext haben mir an sich richtig gut gefallen und ich fand auch, dass sich die Thematik gut gewählt wurde, weshalb ich sehr gespannt darauf war, dieses Buch zu lesen.

Ich erwartete nach der Leseprobe, die mir wirklich gefallen hat, eine Dystopie, die zur Abwechslung mal nicht in Amerika sondern hier in Deutschland spielte, mit einer starken Protagonistin, mit der man sich gut identifizieren kann und eine Sprache, die für einen Jugendroman angemessen ist.
Zu Beginn bekam ich auch all das und es hat mir richtig gut gefallen, dass die Autorin den Einstieg in das Buch durch Annas Blogbeiträge geschaffen hat. Das brachte für mich eine gewisse Leichtigkeit mit sich, die dem Jugendroman sehr gut steht. Allerdings war ich dann auch sehr froh, dass sich dieser Stil nicht durch das komplette Buch zog, sondern dass in eine gut zu lesende Erzählform gewechselt wurde, in der man sehr gut alles miterleben konnte, was Anna durchmachte. Jedoch geschieht das durchweg auf eine sehr emotionslose Art und Weise, die mich sehr an dem Schreibstil der Autorin gestört hat. Zudem wirkte Anna auf mich zunehmend immer naiver, auch wenn sie in einigen Situationen wichtige Entscheidungen getroffen und für ihre Liebe gekämpft hat. Ich fand in ihr jedoch keine Protagonistin, mit der ich mich identifizieren konnte, was mich hier doch ziemlich störte.
Ein weiterer Punkt, den ich zu kritisieren habe, ist die Tatsache, dass der Leser bis zum Ende im Unklaren gelassen wird, weshalb genau dieser Krieg überhaupt stattfindet und vor allem, da der Roman schon so zeitnah in der Zukunft spielt, erscheint es mir doch etwas unzureichend erläutert, vor allem für einen Jugendroman.
Der letzte, dritte Abschnitt des Buches, erscheint mir ein wenig überflüssig. Wahrscheinlich soll er dazu dienen, dass die Geschichte komplett abgerundet endet, jedoch finde ich diesen Abschnitt für einen Jugendroman zu schwer zu verstehen. Allerdings gibt er sehr viel Stoff zum Diskutieren, was ja nun wirklich kein schlechtes Zeichen ist.
Ansonsten mochte ich den Schreibstil der Autorin und die Geschichte eigentlich sehr gerne, ich war einfach nur sehr von Anna als Protagonistin enttäuscht.

Man kann also festhalten, dass man hier in seinen Grundzügen ein ansehnliches, trotz allem sehr spannendes Buch vor Augen hat, bei dem jedoch leider sehr viel des Potentials ungenutzt bleibt, das die Autorin mit in die Geschichte gebracht hat. Das fand ich sehr schade und so sehe ich etwas enttäuscht auf diese Geschichte zurück, die eigentlich einen so „schönen“ Eindruck vermittelt hat.

Zu guter Letzt habe ich noch ein paar Daten:

Kategorie: Jugendliteratur
Preis DE 14.99 €
Seiten: 352
ISBN: 978-3-473-40139-0
Erscheinungsdatum: 02.02.2016

 

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