8. Türchen

Hallöchen 🙂

Heute habe ich nur einen kurzen Text für euch. Ich denke, dass in den nächsten Tagen auch die eine oder andere Rezension kommen wird, aber ich schaffe es gerade nicht wirklich, sie ordentlich zu verfassen.

Bis morgen! 🙂
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Luka

„Kannst du dir nicht irgendein anderes Hobby suchen?“, fragte Mama in die angenehme Stimmung hinein. Ich starrte sie fassungslos an. Mir fehlten die Worte. Sie schaffte es immer wieder mich sprachlos zu machen und somit die Stimmung von gut auf eisig zu senken. Wortlos klappte ich den Mund auf und nach einiger Zeit wieder zu.
„Immer musst du zu den Pferden, trainieren, oder im Stall mithelfen. Du reitest, du springst …“, sie stockte und ich sah, wie sie sich mit der Hand die Tränen aus dem Gesicht wischte.
In meinem Hals bildete sich ein dicker Kloß, doch ich konnte endlich wieder sprechen.
„Mama … Was damals geschehen ist, kann niemand ändern. Du musst endlich in die Zukunft sehen! Es ist schwer den Unfall zu vergessen, aber du sollst ja auch nicht Luka vergessen. Du sollst einfach nicht immer den Pferden die Schuld geben! Luka wusste, dass er noch nicht soweit war! Er wusste genau, welches Risiko er einging und er wollte es, Mama! Er wollte es!
Du bist nicht die Einzige, die ihn verloren hat. Er war mein Bruder! Wir haben alles, wirklich alles zusammen gemacht! Und jetzt ist er weg! Aber ich reite immer noch und ich werde niemals damit aufhören, nur weil du Angst hast, weil du nicht aufhören kannst nur das Schlechte in den Pferden zu sehen! Ich werde nie, hörst du, NIE damit aufhören! Versteh mich doch endlich!“, die letzten Worte hatte ich geschrien. Wütend sprang ich auf und rannte in mein Zimmer. Die Tür fiel krachend hinter mir ins Schloss. Warum konnte Mama nicht ein einziges Mal versuchen, nur versuchen, mich zu verstehen? Nein, alles, was sie zum Thema Pferde und reiten zu sagen hatte, waren stumme Vorwürfe gegen mich, weil ich nicht sofort nach Lukas Unfall damit aufgehört hatte.
Mein Blick fiel auf die eingerahmte Fotografie, die Luka und mich zeigte, wie wir nebeneinander auf unseren Pferden standen, uns umarmten und dabei in die Kamera lachten. Das Foto war ein paar Tage vor seinem Unfall aufgenommen worden, als wir unser letztes gemeinsames Turnier geritten waren.
Ich merkte, wie mir eine einzelne Träne die Wange hinunter lief, machte mir aber nicht die Mühe sie wegzuwischen.  Luka war mehr als mein Bruder. Er war mein bester Freund, mein Gewissen, mein Lehrer, mein Beschützer, einfach alles zusammen. Er hörte mir zu, wenn ich jemanden zum Reden brauchte, er brachte mich zum Lachen, wenn ich traurig war und nahm mich in den Arm, wenn ich Trost brauchte. Und nun war er fort, irgendwo, nur nicht bei mir.

 

 

 

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