7. Türchen

Hallöchen 🙂

Mal wieder sehr späte *shame*, aber noch pünktlich der heutige Beitrag zum Adventskalender 🙂
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Until a difference is made

 

„Luke, hast du deine Hausaufgaben schon gemacht?“, ertönt die Stimme meiner Mutter aus der Küche. Mist, sie hat mich gesehen.
„Ja“, lüge ich und verschwinde so schnell ich kann aus der Tür. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie heute Abend immer noch sauer sein wird, aber das ist mir egal. Für das, was ich vor habe, ist mir alles recht. Normalerweise bin ich überhaupt nicht der Typ Mensch, der alles in Angriff nimmt, sondern gehe alles eher ruhig an. Aber gestern, als ich nach einem alten Fotoalbum auf dem Dachboden gesucht habe, bin ich zufällig auf etwas sehr Interessantes gestoßen. Und ich habe mich dazu entschlossen, die warnende Stimme in meinem Kopf zu ignorieren und es auszuprobieren.
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob es funktionieren wird. Wenn ich aber mit meiner Vermutung richtig liegen sollte, dann … keine Ahnung, ich glaube, dann wird nichts mehr so sein, wie gestern, oder auch noch heute morgen. Den ganzen Tag habe ich in der Schule wie auf heißen Kohlen gesessen und konnte es kaum erwarten, dass es endlich klingelt und ich nach Hause kann.
Als es dann endlich soweit war, hätte ich fast gejubelt. Aber auch nur fast. Denn in diesem Moment begegnete ich Mikas Blick. Irgendetwas in diesem Blick bewegte mich dazu, ruhig aufzustehen und nach Hause zu gehen, ohne unnötiges Aufsehen auf mich zu ziehen.
Jetzt jogge ich einen Waldweg entlang und suche eine geeignete Stelle, die mich vor neugierigen Blicken schützt. Wenn man so eine Stelle sucht, merkt man erst einmal, wie schwierig eine eigentlich so einfache Aufgabe sein kann. Ich entschließe mich dazu, weiter in den Wald hineinzulaufen und von den normalen Wegen abzuweichen. Sicher ist sicher.
Schon bald stoße ich auf die erste Lichtung, aber ich fühle mich beobachtet und laufe weiter. Nach einer Weile bin ich so tief im Wald, dass es richtig dunkel um mich herum wird, obwohl die Sonne scheint. Davon lasse ich mich jedoch nicht beirren. Das Einzige, das mich ablenkt, ist das mulmige Gefühl in der Magengegend. Ich bemühe mich, es so weit wie möglich zu ignorieren.
Nach einigen weiteren Schritten stehe ich auf einmal auf einer wunderschönen Wiese, die von hohen Bäumen umgeben ist. Überall blühen Blumen in den unterschiedlichsten Farben und Variationen. Es sieht fast so aus, als wäre die Lichtung einem Märchen entsprungen. Nur das in Märchen nicht nur gute Dinge auf schönen Lichtungen passieren.
Ich verdränge den Gedanken und schaue mich noch ein bisschen um. Eine Welle der Ruhe ergreift mich und ich fühle mich pudelwohl. Ja, das ist der richtige Ort für meinen kleinen Selbstversuch, denke ich zufrieden.
Auf dem Dachboden habe ich ein Tagebuch von irgendeinem meiner Vorfahren gefunden. Es wäre gar nicht so interessant, würde er nicht davon erzählen, dass seine Familie über magische Fähigkeiten verfügt. Es ist vielleicht absurd, wirklich daran zu glauben, dass es noch so etwas wie Magie gibt und die letzten darüber verfügenden Menschen nicht doch irgendwann auf dem Scheiterhaufen gelandet waren, aber ich will es nun herausfinden. Wenn ich wirklich Recht habe, dann müsste ich als ein Nachfahre einer dieser Blutlinien auch über solche Fähigkeiten verfügen.
Die Frage ist nur, wie ich es hin bekomme, dass meine Magie sichtbar wird. Ich möchte sie erleben. Fühlen, sehen, hören … Wenn das möglich ist. Aber das werde ich gleich herausfinden.
Ich stelle mich ungefähr in die Mitte der Lichtung und atme tief durch.
Du musst das Licht rufen.
Verwirrt drehte ich mich herum. Wer hatte das gerade gesagt?
Ist doch egal, wer das gesagt hat. Stell dich wieder ordentlich hin, mach dich locker und rufe das Licht.
Das Licht rufen … „Es werde Licht!“, rufe ich, es erscheint aber keines. Die Gottesnummer funktioniert wohl nicht. Ich vernehme ein Seufzen in meinem Kopf.
Vollidiot.
Was kann ich den dafür, wenn ich nicht weiß, wie man das Licht ruft? Gibt es dafür vielleicht ein Handbuch, das ich lesen sollte?
Nein, ein Handbuch gibt es nicht. Du musst dich auf deine Instinkte verlassen. Aber ich versuche dir zu helfen.
Die Stimme kommt mir irgendwie bekannt vor, aber ich komme nicht darauf, wer es ist. Auf die Frage „Wer bist du?“, bekomme ich natürlich keine Antwort. Also ergebe ich mich meinem Schicksal und konzentriere mich. Ich versuche mir mich selbst bewusst zu machen, jede Stelle meines Körpers muss ich fühlen, wenn das hier klappen soll. So viel weiß ich jetzt.
Einige Versuche muss ich abbrechen, weil ich nicht mehr weiter komme, aber ich gebe nicht auf und … es klappt. Ich spüre alles, jede einzelne Zelle meines Körpers wird mir bewusst und ich spüre noch etwas anderes. Etwas fremdartiges, das ich nirgendwo einordnen kann. Ich kann es sogar kurz berühren und zucke erschrocken zurück. Was zum Teufel ist das?
DAS ist deine Magie. Die Energie, die aus deinem Innersten stammt. Du solltest keine Angst davor haben. Es ist schließlich ein Teil von dir, auch wenn du dir über diesen Teil bisher noch nicht bewusst warst.
Irgendwie gelingt es mir, dieses neue Bewusstsein aufrecht zu erhalten und gleichzeitig auf die Stimme in meinem Kopf zu achten.
Berühre den Energiestrom erneut und versuche ihn nach außen zu übertragen.
Ich bemühe mich, wieder locker zu werden und schaffe es schließlich auch irgendwie. Dann sammle ich meinen Mut und berühre meine Magie, diesmal ohne zusammenzuzucken. Es fühlt sich sogar auf eine Art schön an. In etwas wie samtenes Fell, nur viel, viel samtiger. Ich fühle die Energie und zugleich durchströmt mich ein Gefühl von Macht. Beides muss irgendwie zusammenhängen, aber ich mache mir keine weiteren Gedanken darüber und genieße es einfach.
Vorsichtig zupfe ich an dem Energiestrom und nach einigen Anläufen gelingt es mir sogar, die Magie auszubreiten – bis sie mir entweicht. Die Stimme in meinem Kopf und ich zischen zeitgleich vor Enttäuschung.
Ich starte sofort einen neuen Versuch und diesmal klappt es, dass ich meine Magie nach außen bringe. In Gedanken stelle ich mir vor, wie ich mich in Energie webe und es klappt tatsächlich. Zwar noch etwas holprig, aber es funktioniert und das Gefühl von Macht wird stärker, füllt mich nun vollkommen aus. Ich denke nicht mehr daran, dass ich eben noch ein ganz normaler Junge war, denn nun bin ich ein Junge, der Magie beherrscht.
Kaum habe ich mir das bewusst gemacht, bin ich nicht mehr in meinem Körper, sondern sehe mich selbst, wie ich mitten auf der Lichtung stehe, um mich herum ein riesiger Energiewirbel, der sich kugelförmig sammelt und immer neue Energiefäden werden darin verwoben, ohne dass ich etwas daran ändern kann. Ich habe die Kontrolle verloren.
„Geh sofort in deinen Körper zurück, du Idiot!“, schreit Mika mich an und ich schaue mich nach ihr um. Warte … Mika? Der Blick in der Schule, die Stimme, alles ergibt Sinn. Und jetzt steht sie vor mir. Als Geist.
Das heißt, sie ist genauso wie ich.
Ohne Ankündigung werde ich zurück in meinen Körper katapultiert und die Magie erlöscht.
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PS.: Ist das bei euch auch so komisch? Also dass die Wörter einfach getrennt wurden, oder ist das nur bei mir??

PPS.: Jetzt müsste es normal sein, oder?

 

 

 

 

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5 Gedanken zu “7. Türchen

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