Chris Weitz – Young World, Die Clans von New York

young world

Hallööööchen!

Zu dem Buch fand ich das Cover schon unglaublich toll, weshalb ich mich sehr über das Rezensionsexemplar freute. So düster, unheilvoll und fast schon gespenstig. Ich mag es einfach sehr gerne.

Eine faszinierende Welt ohne Erwachsene.

Es gab ein Leben davor. Dann kam die Seuche. Übrig blieben nur die Teenager. Jetzt, ein Jahr danach, werden die Vorräte knapp und die Überlebenden organisieren sich in Clans. Jefferson, Führer wider Willen des Washington-Square-Clans, und Donna, in die er heimlich verliebt ist, haben sich ein halbwegs geordnetes Leben in all dem Chaos aufgebaut. Doch als Brainbox, das Genie ihres Clans, eine Spur entdeckt, die zur Heilung der Krankheit führen könnte, machen sich fünf von ihnen auf in die gefährliche Welt jenseits ihres Rückzugsortes – Schießereien mit feindlichen Gangs, Flucht vor Sekten und Milizen, Überleben in den Gefahren der U-Bahn-Schächte inklusive. Denn trotz aller Aussichtslosigkeit glaubt Jeff an die Rettung der Menschheit.

Der Klappentext ist eigentlich ziemlich lahm. Klar, er sagt aus, worum es so in etwa geht, aber so wirklich neugierig macht er nicht. Aber ich kann euch versichern, dass es im Verlauf der Geschichte sehr spannend wird.

Ich war eigentlich von Anfang an mit der festen Überzeugung an das Buch heran gegangen, dass es sich um einen Einzelband handelt, weshalb ich doch von einigen Dingen sehr überrascht war, die sich vor allem gegen Ende des Buches ereigneten. Das merke ich jetzt nicht an, weil es mir negativ aufgefallen ist sondern einfach, weil ich überhaupt sehr vom Ende überrascht war. Der zweite Teil der Trilogie erscheint am 27.05.2016. Das kann man sich schon mal vormerken.

Was mir dementsprechend wirklich sehr gut an dieser Geschichte gefallen hat, war ihre Unvorhersehbarkeit. Ich wurde so oft positiv überrascht, wie originell der Autor an die Sache heran gegangen ist, dass ich manchmal mit offenem Mund dasaß und einen Moment brauchte, um das, was soeben geschehen ist, zu verarbeiten. Und vor allem das Ende hat dann noch einmal eins drauf gehauen, obwohl das schon nicht mehr ganz so unvorhersehbar war – aber natürlich trotzdem gut (auch wenn ich finde, dass der Autor eigentlich ein Rundes Ende gefunden hat, weshalb ich wirklich SEHR auf den zweiten Teil gespannt bin!).

Da es ein Kinder- Jugendbuch ist, hatte ich eigentlich eine wirklich richtig einfache Sprache erwartet, aber ich wurde eines besseren belehrt. Die Sprache ist zwar immer noch einfach, aber niveauvoll und der Autor legt ein gewisses Maß an Allgemeinbildung vor – wobei ich mir denken könnte, dass da einige Jugendliche schon Probleme mit haben könnten, weil es nach meinem Geschmack teilweise zu viele Andeutungen gibt, bei denen auch ich manchmal schon Probleme hatte, zu folgen, obwohl ich eigentlich von mir behaupte, dass ich eine gute Allgemeinbildung habe.
Letztendlich ist es aber auch so, dass die Charaktere der alten Welt nachtrauern, da sie so vieles verloren haben und nun ohne alles auskommen müssen, was früher selbstverständlich war. Internet, Strom, fließendes Wasser. Und vor allem, wird ihnen am eigenen Leib vor Augen geführt, wie wenig sie eigentlich wissen. Das lässt einige auch heute schon existierenden Ängste aufleben. Denn mal ganz offen zugegeben, so manch einer von uns wäre ganz schön aufgeschmissen ohne Google. Ich wage sogar zu behaupten, dass in einigen Jahren (wenn nicht sogar jetzt schon) einige Leute nicht mehr wirklich auf die Idee kommen würden, ein Buch als Quelle des Wissens zu betrachten, es zu öffnen und nach Antworten zu suchen. Weshalb auch. Man kann doch einfach den Suchbegriff bei Google eingeben und erhält dann seine Antworten.

Allein schon deshalb finde ich die Idee und auch die Umsetzung sehr interessant und spannend. Ich habe die Geschichte wirklich gerne und in sehr kurzer Zeit gelesen. Das ist natürlich auch dem angenehmen Schreibstil von Weitz zu verdanken, der einen super schön durch die Geschichte trägt und einem einen guten Zugang zu den Gefühlen der Charaktere öffnet. Natürlich denkt man sich manchmal auch seinen Teil dazu, wenn die Protagonisten in Jugendsprache miteinander reden und nicht gerade die schönsten Ausdrücke an den Tag legen, aber das gehört irgendwie zu der Geschichte hinzu. Es verleiht ihr ein gewisses Maß Atmosphäre.

Insgesamt fällt mein Urteil also durchweg positiv aus. Meiner Meinung nach erschafft der Autor mit seiner Dystopie ein Werk, dass Charakter und Atmosphäre besitzt, auch wenn es wohl einige Diskussionspunkte aufweist.
Ich warte zumindest gespannt auf den zweiten Teil und hoffe, dass dieser an das hohe Niveau dieses Teiles heranreichen kann.

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4 Gedanken zu “Chris Weitz – Young World, Die Clans von New York

      1. „The Tribe“ war einfach sowas von Kult, als ich so… neun bis zwölf war. Aber ich glaube, Jüngere kennen es gar nicht mehr, es wird auch schon ewig nicht mehr vom Ki.Ka ausgestrahlt. Vielleicht, weil es für den Kinderkanal doch recht düster war und Themen wie Bulimie, Krieg, Seuche etc. thematisiert hat.
        Irgendwann muss ich auf jeden Fall das Buch lesen, gerade WEIL es mich neugierig macht, ob das jetzt ähnlich ist und wie ein Buch mit dem Stoff umgeht. Sind ja verschiedenen Medien, ein Buch und eine Fernsehserie.

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  1. In dem Fall hätte ich, selbst wenn ich es kennen würde, wirklich Probleme, mich zu erinnern 😀

    Ja auf jeden Fall 🙂
    Es lässt ssich auch wirklich gut und schnell lesen ^^

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