Kody Keplinger „Von wegen Liebe“ (oder auch „DUFF“)

von wegen liebeHallöchen!

Auf das Buch aufmerksam geworden, bin ich eigentlich erst durch den Filmtrailer zu DUFF (Designated Ugly Fat Friend, hast du keine, bist du eine), den ich schon urkomisch fand, sodass es nicht lange dauerte, bis sich das Buch bei mir zu Hause wiederfand. Generell lese ich die Bücher gerne, bevor ich den Film oder die Serie schaue, auch wenn es natürlich auch Ausnahmen gibt. Und ich muss auch ehrlich sagen: ich habe es keine Sekunde lang bereut.

Das Cover fand ich bis auf die Tatsache, dass ich momentan eine Abneigung gegen diese aufgekommene „Modeerscheinung“ von Personen und Gesichtern auf Covern entwickle, eigentlich gar nicht so schlecht. Zumindest gefällt es mir um einiges besser, als das der englischsprachigen Ausgabe. Der Nachteil von solchen Covern (und natürlich dem vorher gesehenen Filmtrailer, haha) ist natürlich, dass man sehr, sehr stark in der eigenen Vorstellung der Charaktere beeinträchtigt wird. Ich versuche zwar immer, das alles beim Lesen auszublenden, aber mir ist hier schon oft aufgefallen, dass ich nicht von diesem einen Bild weg komme und das hat mich dann etwas gestört.

Der Klappentext:

Das hat Bianca gerade noch gefehlt. Der eingebildete Wesley, dem alle Mädchen an ihrer Schule zu Füßen liegen, spricht sie an. Und hat die Stirn, ihr rundheraus zu sagen, dass er das nur tut, um an ihre hübsche Freundin ranzukommen. Schneller, als er denken kann, hat er ihre Cola im Gesicht. Auf so jemand fällt Bianca nicht rein. Aber als zu Hause alles schief geht, lässt sie sich doch mit ihm ein. Heimlich und völlig unverbindlich, versteht sich. Mit Liebe hat das nichts zu tun. Oder?

Meiner Meinung nach erfüllt er seinen Sinn und Zweck voll und ganz. Er macht neugierig und man erhält schon ein kleines Bild davon, dass Bianca sich wahrscheinlich nicht allzu viel sagen lässt.

Nun zu meinen persönlichen Eindrücken, die ich während des Lesens erhalten habe.
Mir ist ziemlich schnell aufgefallen, dass man es hier nicht mit einem 0815-Roman zu tun hat, sondern mit einer Thematik, die in dem einen oder anderem Punkt bestimmt jedem schon einmal vor Augen stand. Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und dem Weg zur Akzeptanz dessen, was uns gegeben ist.
Biancas Gedanken und ihr Verhalten triefen nur so vor Zynismus und zwar von der ersten Seite an. Das wird jedoch auch nicht besser, als Wesley ihr vor Augen führt, dass sie im Vergleich zu ihren Freundinnen, eine DUFF (die unattraktive fette Freundin – mal ins Deutsche übersetzt) ist. Auch wenn sie sich fest vornimmt, dass es ihr nichts ausmacht, was andere und vor allem Wesley von ihr denken, verletzt es sie ziemlich tief in ihrem Inneren. Ich denke, auch hier können sich viele Leser mit Bianca identifizieren, da man sich immer zu sagen versucht „Mir macht es nichts aus, was andere von mir denken“. Wenn man aber tagtäglich mit Menschen zusammen ist (Schule, Studium, Ausbildung, Beruf, Alltag), dann ist einem immer noch ziemlich viel sehr peinlich – und zwar vor allem aus dem Grund, dass wir hoffen, die anderen denken jetzt nichts schlechtes über uns. Und in diesem Roman werden sehr viele dieser Gedanken ausgesprochen.

Zu diesen Problemen kommt auch noch, dass es bei Bianca zu Hause alles andere als gut läuft. Ihre Mutter ist fast nie zu Hause und wie aus heiterem Himmel wird alles noch schlimmer und Biancas Familie droht auseinander zu fallen. Natürlich ist Bianca alles andere als glücklich darüber, bringt es jedoch auch nicht über ihr Herz, mit ihren Freundinnen darüber zu sprechen. Es ist, als wäre eine Kluft zwischen ihnen erschienen und Bianca sei es nicht mehr möglich zu ihnen zurück zu rudern. Ihre richtigen Gefühle verbirgt sie hinter einer Maske aus reinem Zynismus und auch ihr „Tick“, jeden Tag den gleichen Wäschestapel zusammen zu legen, wird über diese Zeit hinweg nicht besser.

Sie möchte dabei doch nur eines: ein ganz normales Leben, mit einer Familie, mit Eltern, die sich lieben, guten Freunden, einen Highschool-Abschluss, einen Freund und genügend Freizeit. Doch das alles läuft überhaupt nicht so, wie geplant und als sich dann die Gelegenheit bietet, durch den ihr doch eigentlich so verhassten, arroganten Wesley ihre Probleme für ein paar Stunden zu vergessen, ergreift sie diese, ohne großartig darüber nachzudenken. Sie möchte ja nur Ablenkung.
Dass sich dann aber etwas mehr entwickelt, als nur diese Zweckverbindung, will sie nicht wahrhaben. Vor allem nicht, da Wesley sie ja augenscheinlich für eine DUFF hält und sie dieser Gedanke nicht mehr loslässt. Doch sie redet mit niemandem darüber und es verletzt sie immer mehr.

Die Geschichte wird von der Autorin wirklich sehr feinfühlig und rund heraus geschrieben, was wenn man sich das Alter der Autorin ansieht, in dem die Autorin war, als sie das Buch schrieb (17), eine wirkliche Spitzenleistung ist. Es ist durchgängig genau die richtige Mischung zwischen Humor, Zynismus und Feingefühl, die dieses Buch auszeichnet. Nicht nur die Liebesgeschichte sondern auch die behandelten Familienprobleme lassen den Leser manchmal ziemlich doof aus der Wäsche gucken (bezüglich der Familienprobleme teilweise etwas geschockt, vor allem, da so eine Situation wirklich nicht abwegig ist).

Daher fällt mein Fazit auch (*Überraschung*) ziemlich gut aus.
Mich persönlich hat die Geschichte sehr berührt. In meinen Augen ist es ein sehr gelungener Roman, der Tiefgang besitzt, auch wenn dieser manchmal noch etwas besser hätte ausgebaut sein können. Dennoch eine klare Leseempfehlung für alle, die solche Romane gerne lesen oder sich einmal für ein paar Stunden mit einer solchen Geschichte auseinander setzen wollen.

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